Mittwoch, 30. April 2008

Pfarrhaus abgebrannt. Pfarrer und Frau starben bald danach

Der Genealoge Edouard Meier gräbt regelmässig spannende Details aus den Weiacher Kirchenbüchern aus. Zum Beispiel die Sterbeeinträge von Pfarrer Erni und seiner Frau.

Erni ist den an der Weiacher Ortsgeschichte Interessierten kein Unbekannter. Von seiner Hand stammt das älteste noch erhaltene Kirchturmdokument im Archiv des Ortsmuseums Weiach.

Er selber starb Mitte September 1659, am «16. 7bris». Unter diesem Tag ist im Kirchenbuch der Eintrag «[...] Hr. Johann Rudolff Ernj gewässner Pfarrer 22 Jahr allhir zu Wÿgach» zu finden.

In einem späteren Eintrag geht es um den Tod seiner verwittweten Ehefrau: «Annus 1660 [...] 6. Jan: [...] Lisabeth Meÿerin, Her Pfahrer Ernis s. witfr. starb im 59. Jahr ihres alters».

Vier weitere Mosaiksteinchen

Die Angaben zu Erni passen zu den übrigen Mosaiksteinchen, die WeiachBlog über diesen Pfarrer bisher vorliegen:

1. Das älteste Kirchturmdokument ist ziemlich sicher von der Hand dieses Pfarrers, datiert auf den 14. Hornung 1659 (stilus vetus, d.h. noch nach julianischer Zeitrechnung. Wir müssen also etwa 11 Tage dazuzählen und hätten den 25. Februar 1659 nach gregorianischer Zeitrechnung).

2. Wirz Kaspar: Etat des Zürcher Ministeriums von der Reformation bis zur Gegenwart. Aus gedruckten und ungedruckten Quellen zusammengestellt und nach Kirchgemeinden geordnet, Zürich 1890:

«1637. Rudolf Erni, vorher Diakon zu Bülach. - Seine Aufführung gab zu vielen Klagen Anlaß. 58 entstand eine große Feuersbrunst, bei welcher auch das Pfarrhaus verbrannte. Erni starb 59.»

3. Emanuel Dejung und Willy Wuhrmann: Zürcher Pfarrerbuch 1519-1952. Zürich, 1953:

«Erni, 12) Joh. Rudolf, von Schwamendingen (1592-1659). Er war seit 1625 Präzeptor in Frauenfeld, wo er über dem Predigen die Schule versäumte, 1628 Diakon in Bülach, 1637 Pfr. in Weiach; dort entstand im Jahre 1658 eine große Feuersbrunst, bei der auch das Pfarrhaus abbrannte.»

4. Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, 1934, S. 454:

«Schwere Feuersbrünste 1647 und 1658. Bei der letzteren verbrannte auch das Pfarrhaus (1707 neu erbaut).»

Quelle in den Akten bisher nicht gefunden

Ob Dejung&Wuhrmann und/oder die HBLS-Autoren bezüglich Pfarrhausbrand aus Wirz' Etat abgeschrieben haben? Interessant ist jedenfalls, dass diese Fundstellen die einzigen zu sein scheinen, in denen von einem solchen katastrophalen Grossbrand die Rede ist.

Die Frage, wieviele Dorfbrände es um die Mitte des 17. Jahrhundert wirklich gegeben hat, ist übrigens nach wie vor ungeklärt (vgl. den WeiachBlog-Artikel Wieviele Dorfbrände gab es wirklich?).

Sollte es diesen Brand von 1658 gegeben haben, dann wäre das mindestens eine (wenn auch sehr spekulative) Erklärung, warum Erni und seiner Frau das Leben verleidet sein könnte.

Dienstag, 29. April 2008

Werbung by Leserbrief

Berater Hanspeter Bühler, wohnhaft in der Alten Mühle im Weiacher Oberdorf, ist ein passionierter Leserbriefschreiber. Er hat zwar auch ein Weblog. Aber da ist seit dem 17. Dezember 2007 (nach einem Beitrag über die SVP-Bundesrätin, die nach der Vorstellung Blochers keine sein sollte) sozusagen die Zeit stehen geblieben.

Nicht so beim Verfassen von Leserbriefen. Verständlich. Die haben auch eine wesentlich höhere Reichweite als so ein kleiner Blog. Die Rubrik Leserbriefe gehört zu den beliebtesten in jeder Zeitung. Und deshalb ist das Aufwand-Ertrag-Verhältnis bei Tageszeitungen mit grosser Verbreitung das weitaus beste - so sie denn publiziert werden.

Der nachstehende wurde veröffentlicht. Im Tages-Anzeiger vom 3. Januar 2008. Das gab garantiert einige tausend Leser. Aber urteilen Sie selbst, ob es so viele interessiert hat:

16 Millionen Menschen ohne Silvester-Buffet

Silvester in St. Moritz, TA vom 3. 1.

Der umtriebige St. Moritzer Kurdirektor Hans Peter Danuser brüstet sich in verschiedenen Medien damit, dass die Schickeria in seiner Region um den Jahreswechsel 2007/2008 zirka 200 Millionen Franken springen lässt. Offensichtlich geniert sich da niemand, und man demonstriert gerne, was man hat, isst und trinkt. Das ist viel Geld für Oberflächlichkeiten und Banalitäten! Als Gründungs- und Vorstandsmitglied des kleinen Schweizer Wasserhilfswerkes «Die Wüste lebt – Wasser für alle» kann ich nachweisen, dass wir mit diesem Geld im Teilstaat Rajasthan, im Trockengebiet Thar, wo der Monsun seit Jahren praktisch ausgeblieben ist, zirka 4000 Kommunen nachhaltig mit Nutz- und Trinkwasser versorgen könnten. Es wäre mit einem solchen gigantischen Betrag möglich, für rund 16 Millionen Menschen, vor allem Frauen und Kinder, eine Lebensgrundlage durch die so ermöglichte Landwirtschaft (Hilfe zur Selbsthilfe) zu schaffen. Ich schäme mich für die dekadente Lebenshaltung der selbst ernannten Geldelite!

HANSPETER BÜHLER, WEIACH


Gratiswerbung auf der Leserbriefseite. Nicht schlecht, oder? Da hat der clevere Unternehmer doch glatt bares Geld gespart, das sonst für Inserate seines Wasserhilfswerks draufgegangen wäre. Akquisition by Leserbrief. Für Non-profit-Organisationen ist das ein interessantes Geschäftsmodell.

Montag, 28. April 2008

Fixit sucht Staplerfahrer

Stellen sind in Weiach rar. Deshalb sind auch die Stelleninserate von Weiacher Firmen, wie das unten abgebildete, nicht gerade dicht gesät.


«Muttersprache Deutsch» verlangt die Firma, von der auf WeiachBlog schon am 11. Mai 2006 und 21. Mai 2007 die Rede war.

Das dürfte nicht ganz einfach werden. Vor allem in Zukunft, wenn man sieht, wer heutzutage in diesem Land noch Kinder hat...

Quelle: Zürcher Landzeitung (ZLZ/ZU/NBT), 26. April 2008, S. 6.

Sonntag, 27. April 2008

Fischessen diesmal im Gemeindesaal

Das traditionelle Fischessen der Männerriege Weiach findet dieses Jahr nicht mehr in der lauschigen Mülischüür statt, sondern ungefähr dort wo die Riege quasi gegründet wurde: im Mehrzweckgemeindesaal unter der Turnhalle:


Gestern und heute muss man sich in Weiach nicht fragen, womit man sich bewirten lassen soll. Fisch ist Trumpf. Auch die regionale Presse macht darauf aufmerksam:

«Fischessen: Forellen gebacken und geräuchert, Würste und Kuchen. Musikalische Unterhaltung mit den Strizzi Fäger. Beim Schulhaus Weiach. Ab 17h.» (Tages-Anzeiger, 26. April 2008 - S. 71 Unterland)

«Fischessen. Geniessen Sie unsere feinen Forellen (gebacken oder geräuchert). Ebenfalls im Angebot sind Würste, Desserts, Kaffee. Musikalische Unterhaltung 20 Uhr mit den «Strizzi Fegern». Samstag 17 bis 23.30 Uhr. Mehrzweckraum der Schule

Fischessen. Statt des Sonntagsbratens: versuchen Sie unsere feinen Forellen, gebacken oder geräucht, und anschliessend einen feinen Dessert. Freundlich lädt ein: Männerriege Weiach. Sonntag, 27. April, 11 bis 17 Uhr. Mehrzweckraum der Schule
» (ZLZ/ZU/NBT, 26. April 2008 - S. 13)

Samstag, 26. April 2008

Wegzugssteuern gegen Steuersubstrat-Abfluss

Wenn es einem wirtschaftlich beschissen geht, dann überlegt man sich, wo es besser sein könnte und denkt dabei früher oder später auch ans Auswandern. So ging es den Zürcher Untertanen im Verlaufe des 16. Jahrhunderts (vgl. Beitrag von gestern Freitag). So geht es manchem Deutschen heute.

Was die Bundesrepublik Deutschland seit 1974 mit ihren Bürgern praktiziert - nämlich eine Art Bussensystem für all diejenigen, die sich erdreisten, aus dem Land wegzuziehen und danach weniger Steuern zahlen müssen - das gab es gegen Ende des 17. Jahrhunderts auch in unserem Kanton. Statt Außensteuergesetz (AStG) nannte man das damals in Zürich Abzugssteuer - und die traf alle, welche auswanderten, auch wenn es nicht in ein Tiefsteuerland ging.

Wer nicht nur von einer Vogtei in eine andere zog, sondern den Staat Zürich ganz verliess, wurde finanziell gerupft. So findet sich unter der Rubrik «Jngenommen an abzügen» in der Rechnung des Neuamts von 1683/84 auch dieser Eintrag:

19 lib. zahlt «Hanss Jacob Teerer von Oberglatt, der schneider, von ungefahr 100 fl. verfangen gut, so er in die Pfalz gezogen.»

Da 1 Gulden (fl) umgerechnet 2 Pfund (lib.) entsprechen, sind das also gegen 10 Prozent des Vermögens, die an die Staatskasse abzuliefern waren. Etwa das Doppelte von dem, was man zahlen musste, wenn man nur aus der Obervogtei Neuamt auszog, sich aber wieder im Zürcher Staate niederliess.

Auch auswanderungswilligen Weyachern wird es nicht besser ergangen sein als dem Jakob Teerer. Die Obrigkeit sah den Abfluss von Geld, Steuersubjekten und Arbeitskräften gar nicht gern. Auch wenn sie überhaupt nicht in der Lage war, für genügend Arbeit zu sorgen.

Quelle

Freitag, 25. April 2008

Subprime-Krise im Staate Zürich?

Auf der Website www.zuerich-geschichte.info findet man nicht nur den aktuellsten Führer durch die Archive der Zürcher Gemeinden. Dort sind auch diverse Beiträge des früheren Zürcher Staatsarchivars Otto Sigg abrufbar.

Sigg hat sich intensiv mit der Zeit des 16. Jahrhunderts befasst. Und das nicht von ungefähr. Denn in diese Zeit fällt eine der stärksten Umgestaltungen des sozialen Gefüges des heutigen Kantonsgebiets der letzten tausend Jahre - von den Folgen der industriellen Revolution einmal abgesehen. Auch Weiach wurde von dieser Entwicklung nicht verschont.

Massives Bevölkerungswachstum

Da war einmal die Bevölkerungsexplosion. Zählte man noch im Jahre 1467 (knapp zwei Jahrzehnte nach dem verheerenden Alten Zürichkrieg) rund 28'000 Einwohner auf der Zürcher Landschaft, so waren es fünfzig Jahre später, zur Zeit der Reformation, bereits fast doppelt so viele (Schätzungen gehen von 48'000 bis 59'000 Einwohner). Diese Menge Menschen vermochte aus den Erträgen der Landwirtschaft grad noch ernährt zu werden. Bis in die 1540er Jahre genügten die Bestrebungen zusätzliche Flächen der landwirtschaftlichen Nutzung zugänglich zu machen. Das zeigt sich u.a. daran, dass man noch 1545 im wesentlichen die Hofeinheiten des Spätmittelalters vorgefunden habe, schreibt Sigg.

Massiv steigende Grundstückpreise bei stagnierenden Löhnen

Bereits wenige Jahre später war die Bevölkerung jedoch zu zahlreich. Das hatte in Verbindung mit einer inflationären Zunahme der Grundstückpreise, mit welchen die Löhne der einfachen Bevölkerung nicht Schritt hielten, verheerende Folgen.

Viele Zürcher verschuldeten sich in der Hoffnung, ihr Land behalten zu können, massiv - und das auch noch zu Wucherzinsen von 15% und mehr. Eine Rechnung, die kaum aufgehen konnte. Vor allem, wenn noch Missernten dazu kamen. Dann nahm nämlich auch die Spekulation mit Lebensmitteln extreme Ausmasse an - was vor allem in der Zeit der grossen Missernten nach 1570 der Fall war.

Regierung versucht Gegensteuer zu geben, scheitert aber

Schon kurz zuvor lag aber sehr viel im Argen, wie das folgende obrigkeitliche Mandat von 1566 deutlich macht, das Sigg transkribiert hat:

«Nachdem unser gnedig Herren Burgermeister unnd Rath ... bißhar ougenschynlich gesechen und befunden, das die Iren von Statt und Land sich von wegen der Theillungen der Gütern unnd das sich niemantz meer mit dem andern lyden noch vertragen welle, ouch den schweren grossen Köuffen der Gütern und Ußstürung selbs leider dahin gebracht, das wenig rechter grosser Huß, Eeren noch Höfen meer byeinandren, sonder das dieselben Hof meeteyl wider Brief und Sigel ouch hinderrucks der Lehenherren und Amptlüthen getheylet, verkoufft unnd gar vil alter Gschlechten inn Dörffern und Höfen sich selbs gar von Höfen unnd inß Verderben und Ellend grichtet und anderen, so uff ire Hof gesessen, mit Schmertzen zusechen, nebent
dem, das dann etwan die, so soliche schwere Köuf than, uff Zil und Tag nit hallten mögen, mit grossem Kosten Gelt zu entlechnen nachwerben, dasselb wol alß baldt nit funden unnd also mit grösstem Schaden unnd Verderben die Güter wider lassen unnd darvon müssen, unnd das die Sach leider dahin gerathen, das die Höf und Güter nit allein zerstuckt sonder dermaßen mit Zinsen beschwert wordenn, das mittler Zyt nit müglich syn wurde, daruff zuhusen, zudem das dann etliche, ihre Noth zelöschen, Höltzer und anders uß und ab den Erb- und Handtlehengütern verkouffind, dieselben [die Hölzer] nit inschlachind [im Sinn von: nicht aufforsten] und also damit handlind, als wann ire Nachkommen nit meer hußhallten ald sich erneren sölten.
» (Quelle: StAZH C II 10 Obmannamt, Nr. 688)

Die Obrigkeit zu Zürich versuchte verzweifelt, das geltende Teilungsverbot für Höfe wieder durchzusetzen, was ihr allerdings nicht einmal ansatzweise gelungen ist. Dazu war die Krise zu tief und die Gegenmassnahmen gingen nicht an die Wurzel der Misere.

Das oben Beschriebene erinnert fatal an die Auswirkungen der Subprime-Krise in den USA. Auch dort haben viele ihre Häuser zu stark belehnt - und verlieren jetzt alles. Mit schlimmen Auswirkungen. Wie schreibt doch Sigg:

«Mit der Zersplitterung ging also naturgemäss auch eine Verarmung und Verschuldung einher. Die sprunghaft gestiegenen Landpreise erlaubten beispielsweise Hypothekarbelastungen, die in keinem Verhältnis zum Einkommen mehr standen; Kapital war aber notwendig, um die zahlreicheren Geschwister abzufinden; usw.»

Mit ein Grund für den Niedergang im Kanton war das Aufkommen des Kapitalismus und die Europa erfassende Inflation, welche sich durch den Zufluss von Silber aus den neu erschlossenen Kolonien Spaniens ergab.

Quelle

Dienstag, 22. April 2008

Mysteriöse Hängeampel

Es gibt Hinweise auf ihre Existenz. Und doch ist sie nicht vorhanden. Eine alte Hängeampel aus Weiach.

Mitte Dezember habe ich via Google Books den folgenden Hinweis auf einen Jahresbericht des Schweizerischen Landesmuseums (SLM) gefunden:

«Jahresbericht
von Schweizerisches Landesmuseum - 1895 - Seite 59
Schenkel in Weiach bei Kaiserstuhl: Eiserne Hängeampel, aus Weiach, Kt. Zürich, 17. Jahrh.
»

Natürlich interessierte es mich, wie dieses Objekt aussieht, wozu man es brauchte und was man sonst noch darüber weiss. Da es sich um ein Geschenk handelte müsste es ja noch in einem der Depots des Landesmuseums zu finden sein.

Beim Landesmuseum in Zürich rätselt man

Die Leiterin Bildarchiv des SLM antwortete auf meine e-mail:

«Vielen Dank für Ihre Anfrage. Ich habe den erwähnten Jahresbericht und weder auf Seite 59 noch unter der Rubrik 17. Jh. den Hinweis zur Hängeampel gefunden. Es ist uns rätselhaft wie dieser Eintrag ins Google Books geraten ist. Auch bei den Objekten und Fotos habe ich leider nichts gefunden.»

Ich stelle allerdings nicht das erste Mal fest, dass eine in Google Books anhand der Seitenangabe und dem Publikationsjahr referenzierte Fundstelle nicht auffindbar ist.

Qualitätssicherungsprobleme bei Google Books

Mögliche Ursache: Probleme bei der Qualitätssicherung im Falle von alten Büchern. Die Bibliothekspraxis, Einzelausgaben von periodisch erscheinenden Publikationen wie Jahresberichten (deren Seitennummerierung immer wieder von neuem bei 1 beginnt) in Bänden zusammenbinden zu lassen, führt dazu, dass nur die Jahrzahl auf dem ersten Vorsatzblatt erfasst wird, nicht aber die auf weiteren Vorsatzblättern.

Einen Hinweis darauf, dass genau dies beim vorliegenden Fall passiert sein könnte, findet man in den bibliographischen Angaben zum erfassten Band:

«Original von Harvard University
3-10 (1894-1901)
Digitalisiert am 6. Juli 2007
»

Recherchen gehen weiter

Ich werde also die Jahresberichte 1894-1901 durchsehen müssen. Bei der Gelegenheit lohnt sich wohl auch noch ein Blick in eine weitere Publikation in der nach Google Books das Stichwort «Eiserne Hängeampel» vorkommt:

Ein «Jahrbuch des bernischen historischen Museums», gemäss Google das von 1916. Dort stehe auf Seite 39 das Satzfragment: «8225 Eiserne Hängeampel mit».

To be followed.

Montag, 21. April 2008

Bischof Huonder gegen alemannische Kirchentradition

Er ist erst ein paar Wochen im Amt, der Churer Bischof Vitus Huonder. Und schon beginnt es unter den Katholiken im Kanton Zürich zu rumoren wie weiland, als der Hirte auf Hof Chur noch Wolfgang Haas hiess. Damals gab es viel «Polenta con coniglio», also gewaltigen Mais mit Haas, bis er schliesslich nach Liechtenstein wegbefördert wurde und dort ein Mini-Erzbistum gründen durfte.

Weitgehende Selbstbestimmungsrechte sind fränkisch-alemannische Tradition

Auch mit Huonder wird es nun spannend. Denn auch er ist ein Vertreter des römisch-kanonischen Rechts, das spätestens seit dem III. Laterankonzil von 1179 für die in fränkisch-alemannischer Tradition von unten her aus dem Volk gewachsenen demokratischen Strukturen wenig bis gar kein Verständnis aufbringt.

Seine Adlaten reden offen von einer «Gegenkirche» und meinen damit «staatskirchenrechtlich» abgestützte Gremien, wie die katholische Synode als Legislative und der Synodalrat als Exekutive. Beide geniessen den Schutz der kantonalen Gesetzgebung. Der §4 Abs. 2 des Kirchengesetzes (KiG) bestimmt: «Der Kanton verkehrt mit den kantonalen kirchlichen Körperschaften in der Regel über deren Exekutive». Also mit dem Synodalrat und nicht mit dem Bischof.

Das passt Huonder nicht. Er will die Regeln ändern und mäkelt zu diesem Zweck an unseren Gesetzen herum: «Bei einer Begegnung im März machte Huonder dem Zürcher Regierungsrat klar, dass er, der Bischof, als oberster Verantwortlicher für das Glaubensleben im Bistum auch der eigentliche Gesprächspartner für die staatliche Autorität sei.» (siehe TA von heute, vgl. Quellen)

Die römische Obrigkeitskirche gegen einen Schweizer Kanton also. Schon wieder. Hoffentlich hat ihm unser Regierungsrat eine auf diese Frechheit passende Abfuhr erteilt.

Kulturkampf wie vor über 130 Jahren

Dreinreden lassen sich die Zürcher seit jeher ungern. Das musste anfangs des 16. Jahrhunderts bereits der Bischof von Konstanz feststellen, als ein unbotmässiger Leutpriester namens Zwingli sich in der Stadt Zürich ab 1519 anschickte, zu den Wurzeln zurückzukehren - und dies von der Obrigkeit nicht nur toleriert, sondern gar gefördert wurde. Die Heilige Schrift und nichts anderes sollte Richtschnur sein - von römisch-kanonischen Rechtsvorstellungen stand in der Bibel nichts drin, also weg damit.

Wurzeln bäuerlicher Selbstbestimmung auch in kirchlichen Angelegenheiten

Schon zur Zeit der Franken hatten die Christen auf dem Lande Mitspracherechte in ihrer Kirche und verwaltete eine Art Kirchenpfleger die von der Bevölkerung geäufneten Fonds. Im Verlaufe des 15. Jahrhunderts schliesslich war die Bevölkerung stark gewachsen. Die althergebrachten Pfarrsprengel wurden zu gross und viele Dörfer nahmen das Heft in die eigenen Hände, legten genug Geld zusammen und finanzierten sich so ihre Dorfkirche samt Kaplan gleich selber. Da sie ihn aus dem eigenen Sack bezahlten - und zwar von A-Z - waren sie auch der Überzeugung, dass sie allein bestimmen dürften, wieviele Messen ihr Kaplan zu lesen hätte.

Mit der Reformation wurde dann auch beansprucht, dass ihr Leutpriester ihnen «das wahre Evangelio nach der gschrifft» zu verkünden hätte. Und dieses Recht waren sie notfalls auch bereit, mit Waffengewalt zu verteidigen, falls jemand ihren Prediger verhaften wollte, weil er «lutterische leren ausgiesse», also reformatorische Standpunkte vertrat.

So weit muss es heute ja nicht kommen. Aber es geht nicht an, dass eine vatikanisch gesteuerte und von Rom aus eingesetzte Obrigkeit sich anschickt, die demokratischen Strukturen der katholischen Kirchen in der Schweiz zu unterwandern und auszuhöhlen. Das ist ein Angriff auf die Freiheit und muss bekämpft werden.

P.S.: Huonder und sein Bistum sind ohnehin nur die vorübergehenden Verwalter des ursprünglich konstanzischen Zürcher Gebiets. Das Bistum Konstanz gibt es zwar seit 1823 nicht mehr. Aber Zürich wurde nie Teil des Bistums Chur. Es wird nur von dort aus administriert. Etwas pointiert formuliert, hat der Herr Bischof deshalb in Zürich eigentlich gar nichts zu sagen.

Quellen

  • Fuhrmann, R.: Christenrecht, Kirchengut und Dorfgemeinde. Überlegungen zur historischen Entwicklung kommunaler Rechte in der Kirche und deren Bedeutung für eine Rezeption der Reformation auf dem Lande. In: Allgemeine Geschichtforschende Gesellschaft (Hrsg.): Bäuerliche Frömmigkeit und kommunale Reformation; Itinera 8, 1988.
  • Kirchengesetz (KiG) des Kantons Zürich vom 9. Juli 2007.
  • Meier, M.: Zürcher Katholiken stehen gegen ihren Bischof auf. In: Tages-Anzeiger, 21. April 2008 - S. 13.

Sonntag, 20. April 2008

Blocher als «persona non grata»?

Man könnte es denken, wenn man im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS) blättert. Der SVP-Volkstribun Christoph Blocher kommt zwar in etlichen Artikeln vor, wie man über die Volltext-Suche herausfindet:

Verwunderlich ist das nicht, schliesslich kommt man hierzulande an diesem Herrn nicht vorbei - ob man ihn nun vergöttert und auf einen Sockel stellen will - oder ihn am liebsten auf eine Mondumlaufbahn schiessen würde. Der Mann polarisiert wie kein zweiter.

Den Artikel über Christoph Blocher sucht man vergeblich

Umso interessanter, dass es im HLS keinen eigenen Artikel über ihn gibt! Und zwar weder in der Printausgabe noch in der Internetversion. Da haben zwar vier verstorbene Herren mit demselben Familiennamen Erwähnung gefunden (Eduard Blocher (1870-1942); Eugen Blocher (1882-1964); Hermann Blocher (1872-1942); Rudolf Blocher (1920-1995)), nur der heutzutage Bekannteste nicht.

Vergessen gegangen ist das Lemma (Lexikon-Stichwort) «Blocher, Christoph», obwohl alle anderen amtierenden und ehemaligen Bundesrätinnen und Bundesräte bis zurück zu Kurt Furgler und Willi Ritschard (weiter habe ich das nicht überprüft) zumindest einen Stichwort-Eintrag (für einen noch zu schreibenden Artikel) haben. Selbst Eveline Widmer-Schlumpf wird zu einem Lemma. Die Artikel über sie, Adolf Ogi und Samuel Schmid liegen aber - wenn überhaupt - erst als Autorenversionen vor und sind nur im Lesesaal der Nationalbibliothek in Bern einsehbar, da noch nicht publiziert.

Nun kann die Redaktion natürlich einwenden, dass Blocher bei der Drucklegung des 2. Bandes noch nicht als Bundesrat gewählt war (die Publikationsjahre der bisher veröffentlichten Bände würden ihre Argumentation stützen) :

  • Bd. 1: Aa - Basel (Fürstbistum). - Cop. 2002. - XXXIX, 754 S.
  • Bd. 2: Basel (Kanton) - Bümpliz. - Cop. 2003. - XXV, 829 S.
  • Bd. 3: Bund - Ducros. - Cop. 2004. - XXV, 824 S.
  • Bd. 4: Dudan - Frowin. - Cop. 2005. - XXV, 856 S.
  • Bd. 5: Fruchtbarkeit - Gyssling. - Cop. 2006. - XXV, 854 S.
  • Bd. 6: Haab - Juon. - Cop. 2007. - XXV, 860 S.

Wo bleibt die kritische Würdigung?

Aber spätestens seit 2005 müsste in der Internet-Version ein eigener Artikel aufgenommen worden sein. Denn gerade bei einer derart umstrittenen Person (die von 2004 bis 2007 auch einmal Bundesrat war) wäre eine kritische Würdigung umso wünschenswerter.

Es muss ja keine Hagiographie werden, aber grad ganz weglassen kann man ihn auch nicht. Sonst wird das Unternehmen HLS seinem im Leitbild geäusserten Anspruch, ein «kritisches gesamtschweizerisches Forum zur Schweizergeschichte» zu sein, nicht ganz gerecht.

Zudem hört die Arbeit der Stiftung HLS ja nicht bei der Publikation der Printversion auf. Einer der Zwecke der «im Rahmen des Forschungsgesetzes mit Mitteln der Schweizerischen Eidgenossenschaft» finanzierten Stiftung ist es nach deren eigenen Angaben, «das Historische Lexikon der Schweiz als elektronische Datenbank zu veröffentlichen und diese nach Abschluss der Drucklegung weiterzuführen». Darunter wird offensichtlich auch ein Updaten der bereits vor Jahren in Buchform publizierten Artikel verstanden. Der oben erwähnte über Eduard Blocher beispielsweise trägt das Bearbeitungsdatum «25/06/2007».

Auch angesichts der grossen Wähler- und Steuerzahleranteile, welche - nicht nur in Weiach - die Blocherpartei favorisieren, ist ein HLS-Artikel über Christoph Blocher meines Erachtens ein nicht von der Hand zu weisendes Desiderat.

Samstag, 19. April 2008

Jugendliche Kampftrinker

«Und? Sind diä wieder nüächter?», fragte mich der Postautochauffeur der Linie 515, eine Gruppe Jugendliche vor dem Feuerwehrlokal der Gemeinde Weiach im Blick, als ich heute abend kurz vor 20 Uhr in den Bus Richtung Kaiserstuhl stieg.

«Geschter nacht sind's zimlich bsoffe gsi. Es paar vo dene sogar sternhagelvoll, säg ich Ihnä. Grauehaft!». Es sei schon extrem, was man als Buschauffeur so erlebe.

Wir fahren an der ausplanierten Fläche vorbei, wo bis vor kurzem noch das Restaurant Bahnhof stand. «Ja und wo da no s'Payas gschtanden-isch, da sinds amigs in-euse erscht Morgekurs ietorkelt» (Das Payas war eines der gescheiterten Partyclub-Projekte, die sich vor allem auf die Zielgruppe Teenager ausgerichtet hatten).

Am schlimmsten sei, dass sogar 14- bis 15-jährige Mädchen schon um Mitternacht derart betrunken an der Bushaltestelle stünden, dass sie ihm vor den Bus kotzten.

Meist hätten diese Jungen dann ja auch kein Geld mehr für ein Retourbillet. «Das hät dänn rächt Schriibarbet gää, wänn d'Kollege Kontrolle gmacht händ». Natürlich hätten sie selber fragen müssen, ob sie ein gültiges Billet hätten, «aber diskutiered sie mal mit söttige Type. So chäm ich niä uf Bülach».

Und der zuhörende Ortshistoriker erinnert sich daran, dass der Wirtshausbesuch von Jugendlichen am Wochenende schon vor Jahrhunderten ein Problem war - und auch damals bekam die Obrigkeit das nicht in den Griff.

Freitag, 18. April 2008

Das Traktorenhaus nimmt Gestalt an

Anfang 2007 war auf diesem Blog die Rede von einem Neubau in der Chälen. Anstelle einer Pferdeweide sollte ein «Traktorenausstellungsgebäude mit ausbaubarem Estrich» entstehen. Vom Hafermotor zum Dieselmotor.

Bei der Ausschreibung als «Ausstellungsgebäude» dachte ich damals noch, dass sich da bald Verkaufsräume für neue Traktoren aus dem Boden erheben würden - eine mögliche Konkurrenz für die Landmaschinenwerkstatt der Gebrüder Meier ein paar Meter vis-à-vis strassaufwärts.

Als dann eine Art Einfamilienhaus aus dem Boden wuchs - ein Fachwerkhaus das recht gut hierher passt - konnte man zuerst noch glauben, das Projekt sei gestorben. Doch weit gefehlt.

Mit einer Ausstellung kann auch ein Museum gemeint sein. Und genau das findet man heute nach einer mehrmonatigen Bauphase vor. Zwar immer noch im Rohbau. Aber bereits seiner Bestimmung zugeführt. Ein Dach über das Blech. Ein Altersheim für die Veteranen der Agrarmechanisierung. Einen davon sieht man gleich beim Eingang stehen:



Fazit: Bevor man über einen Gebäudezweck spekuliert sollte man sich vorher besser auf die Gemeinderatskanzlei begeben und dort die Baupläne konsultieren.

Donnerstag, 17. April 2008

Der Mehlvorrat reichte für 3 Wochen Brot

1951 war der Zweite Weltkrieg zwar vorbei. Dafür aber der Kalte Krieg in Korea bereits wieder zu einem heissen Schlagabtausch geworden. Man sprach von einem Dritten Weltkrieg. Kriegswirtschaftliche Bereitschaft war daher wieder Trumpf. Auch für die Weiacher Bäckerei Griesser.

Im Protokoll des Gemeinderates findet man Näheres unter dem Titel: «Kriegswirtschaft. Verordnungen und Kreisschreiben. Backmehlvorräte. Kriegswirtschaftliche Bereitschaft – Anlage von Backmehlvorräten in den Bäckereien»

Es handelt sich um die Abschrift eines Schreibens an die Regierung in Zürich:

«179. In Nachachtung des Kreisschreibens Nr. 5 vom 3. April 1951 (Prot. Nr. 141/1951) erstattet der Gemeinderat der Direktion der Volkswirtschaft des Kantons Zürich folgenden BERICHT:

1. In unserer Gemeinde besteht nur ein Bäckereibetrieb.

2. Der Backmehlbedarf für die Brotversorgung von 4 Wochen ist 2500 kg.

3. Heute sind in der hiesigen Bäckerei vorhanden:
  • an Ruchmehl 1000 kg.
  • an Halbweissmehl 1000 kg.

4. Im Falle einer Mobilmachung steht kein Backpersonal mehr zur Verfügung. Es ist 1 Ersatzmann zur Sicherung der Brotversorgung notwendig, jedoch ist eine solcher in unserer Gemeinde gar nicht vorhanden. Er wird zu gegebener Zeit bei der kantonalen Arbeitseinsatzstelle anzufordern sein.

5. Brennstoffvorräte sind für mehr als einen Monat vorhanden (Holz).

6. Die finanziellen Aufwendungen, die zur Anschaffung der fehlenden Backmehlvorräte nötig sind, werden in vollem Umfange von der hiesigen Bäckerei aufgebracht.

7. In der hiesigen Bäckerei sind genügend Vorratsräume zur Lagerung der fehlenden Backmehlquantitäten vorhanden. Es müssen also innerhalb der Gemeinde keine weiteren Lagerräume beschafft werden.

8. Die Gemeinde ist im Besitz einer schriftlichen Erklärung, wonach Heinrich Griesser, Bäcker, Weiach, Mehl im Umfange eines Monatsbedarfes in Vorrat gelegt hat und dafür besorgt sein wird, das Lager in diesem Umfange stets beizubehalten.
»

Heinrich Griesser-Peter war der letzte Bäckermeister von Weiach. Sein Sohn und seine Tochter erinnern sich wie es damals war, als die Bäckerei noch ihre Nussgipfel und Fastenwähen auslieferte: Weiacher Geschichte(n) Nr. 101.

Quelle
  • Gemeinde Weiach: Gemeinderatsprotokoll vom 8. Mai 1951 – S. 54-55.

Mittwoch, 16. April 2008

Exotische Erscheinungen am Rheinufer

Nach einer längeren Pause meldet sich WeiachBlog wieder zurück. Und zwar mit einer Begegnung der exotischen Art, welche den Weiacherinnen und Weiachern eine Art Vorgeschmack auf die heutzutage häufigeren Gäste aus aller Herren Länder und deren Kleidersitten gab:

«Im Rheinhof unten (Besitztum von Hr. Prsdt. Richner Kaiserstuhl), wo aus dem ehemaligen Bauernhaus des Walter Joost-Meierhofer ein Zweifamilienhaus entstanden ist, sind Ende Februar zwei neue Familien eingezogen, beides Graphiker aus Zürich: Elias Konrad Stieger-Herzog und Josef Stieger-Sabnis. Des Letztern Gemahlin ist eine geborne Indierin, die natürlich etliches Aufsehen erregt, wenn sie in ihrem heimatlichen Gewand zum Posten im Dorf erscheint. Sie spricht schriftdeutsch.» (Zollinger, Chronik 1958)

«Posten» ist ein Helvetismus, so nennen die Hiesigen das Einkaufen. Und vom Rheinhof war in diesem Blog schon früher die Rede (siehe den fast ein Jahr alten Artikel Nr. 434: Der Rheinhof im Griesgraben).

Ein Banklehrling als Grossgrundbesitzer

Der dazumalige Eigentümer des Rheinhofs ist übrigens kein Unbekannter. Im Gegenteil. Er war so etwas wie ein Anti-Ospel. Richner wurde nämlich 1964 zum Ehrenpräsidenten der UBS gewählt und blieb es auch.

Der von Zollinger respektvoll «Herr Präsident» Genannte ist Fritz Richner (1894-1974), «der sich im vergangenen Jahrhundert in der Bankgesellschaft vom Dokumentalisten bis zum Verwaltungsratspräsidenten emporgearbeitet hat». Das kann man der Zeitschrift BILANZ Nr. 17/2005 entnehmen, die auch gleich kolportiert, dass seine Enkelin in die Bankier-Familie Bär eingeheiratet hat.

Richner war ein Bauernsohn und mit dieser Herkunft ist es wohl zu erklären, dass er das herrschaftliche Lindengut beim Kaiserstuhler Turm mitsamt dem dazugehörenden weitläufigen Areal gekauft hat und weitere landwirtschaftliche Güter dazu erworben hat.

Ein Gutsbetrieb, wo man ihn nicht erwartet

Die ausgedehnte, der Öffentlichkeit nicht zugängliche Parklandschaft zwischen dem Rheinbord im Norden, der Bahnlinie im Süden, der Stadtmauer im Westen und der Kantonsgrenze im Osten gehört heute noch zu diesem Anwesen und macht dessen Eigentümer zu einem Latifundien-Besitzer - jedenfalls gemessen am Verhältnis der Quadratmeter des Grundstücks zur Gesamtfläche der Gemeinde Kaiserstuhl, die mit 32 Hektar eines der kleinsten politisch selbstständigen Gemeinwesen der Schweiz ist. Umgesetzt auf Weiacher Proportionen wäre das nämlich ein Grundbesitz von über 2 Quadratkilometern.

Wer nun am Rheinufer die exotischere Erscheinung war - der weltgewandte Richner, vor dem die Einheimischen grossen Respekt hatten, oder die Inderin in ihrem aufsehenerregenden Sari - diese Spekulation sei dem geneigten Leser überlassen.

Quellen
  • Zollinger, W.: Gemeinde Weiach. Chronik des Jahres 1958 – S. 16 (Original in der Zentralbibliothek Zürich, Handschriftenabteilung, Signatur: G-Ch Weiach 1958)
  • Bank Julius Bär. Der Bär ist los. In: BILANZ 17/05, 4. Oktober 2005
  • Fritz Richner, 1894-1974 (Quelle: Website der UBS AG, abgerufen 16. April 2008)