Mittwoch, 18. Januar 2017

Eine Winteraufnahme kommt zu Wort

Angeblich sagt ein Bild ja mehr als tausend Worte. Das mag sein. Gilt aber nur dann, wenn man das Bild zu lesen versteht, wenn es sozusagen zu einem spricht. Zum Beispiel, weil man das darauf Abgebildete und dessen Geschichte kennt. So wie bei dieser Winteraufnahme:


Bei diesem Standbild (Minute 08:55) aus dem 1. Teil des sogenannten Ackerknecht-Films über Weiach in den 50er- und 60er-Jahren gibt die von den späteren Bearbeitern erstellte Einblendung eine klare zeitliche Verortung.

Im betreffenden Winter gab es in Weiach also Schnee, was nicht immer der Fall war und ist. Wohl deshalb hat der Filmer, Lehrer Kurt Ackerknecht, vom Fenster seiner Wohnung aus das Sujet festgehalten. Dieses Fenster befand sich im oberen Stockwerk der Liegenschaft Alte Poststr. 4. Die Blickrichtung geht nach Nordnordwest.


Dass Lehrer Ackerknecht in besagtem Winter dort wohnte, hat Hans Rutschmann gegenüber WeiachBlog am 11.1.17 am Telefon bestätigt. Er sei kurz darauf, als seine Familie zu gross wurde, von Bülach nach Weiach in sein heutiges Haus gezügelt, das seinem Schwiegervater gehörte. Ackerknecht habe halt einfach eine andere Wohnung suchen müssen.

Die fand er dann im Frühling 1958 auch, wie im Artikel «50 Jahre Tankstelle an der Sternenkreuzung» (WeiachBlog Nr. 585) nachzulesen ist: bei seinem Schwiegervater.

Im Zentrum des Standbildes, an der Verzweigung Oberdorfstrasse/Winkelstrasse, steht die Liegenschaft Oberdorfstrasse 7, die in den wesentlichen Bauteilen aus dem Jahre 1801 stammt (gemäss Gebäudeversicherung des Kantons Zürich) und bis 1829 der Standort des «Sternen» war, dem einzigen obrigkeitlich bewilligten Gasthaus in Weiach.